Fr., 24. Apr. | Prinz-Karl-Straße 16

Michelangelos offenbares Gehemnis

Seminar. Leitung Walter Streffer.
Anmeldung abgeschlossen

Zeit & Ort

24. Apr. 2020, 16:00 – 26. Apr. 2020, 14:00
Prinz-Karl-Straße 16, Prinz-Karl-Straße 16, 82319 Starnberg, Deutschland

Über die Veranstaltung

Jeder, der sich intensiver mit Michelangelo befasst, weiß, dass die zahlreichen Publikationen zur Sixtinischen Decke in ihrem Deutungsgehalt stark voneinander abweichen. Es wäre auch verwunderlich, wenn man bei dem großartigen gemalten Kosmos im Deckengewölbe der Sixtinischen Kapelle einer Meinung wäre. Sowohl die gesamte Konzeption als auch einzelne Bilder und Figuren werden von den Kunsthistorikern zum Teil sehr widersprüchlich gedeutet. Auch die Interpretationen zur Person Michelangelos weichen stark voneinander ab.

Aufgrund der Reinigungs- und Restaurationsarbeiten der Sixtinischen Decke (1980 – 1989) und des „Jüngsten Gerichts“ (1989 – 1994), die eine außerordentlich farbenfrohe Freskenmalerei enthüllten, ergab sich ein differenzierteres Bild des Künstlers wie auch seiner Kunstwerke.

Im angekündigten Seminar wollen wir uns so unbefangen wie möglich den Bildern nähern und dabei berücksichtigen, dass Michelangelo als typischer Renaissancekünstler die Formen der Antike wiedererwecken wollte, ohne sie aber nachzuahmen. Er verband in seinen plastischen und malerischen Werken die Schönheits- und Wahrheitsideale der griechischen Kunst und Philosophie mit dem Christentum.

Wir werden uns mit den Fragen beschäftigen, ob und inwieweit Michelangelo der alleinige Urheber des Ideenentwurfs zum raumfüllenden Bildertableau der Sixtinischen Decke war; welchen Einfluss das verhinderte Großprojekt eines gigantischen Marmorgrabmales für Papst Julius II. auf die Entstehung des Sixtinischen Deckengemäldes hatte und in welch moderner Weise die großen Renaissancekünstler den Betrachter bereits bewusst in den Schaffensprozess mit einbezogen haben.

Es soll überdies anhand zeitgeschichtlicher und biographischer Tatsachen erlebbar gemacht werden, wie durch Michelangelo das angestrebte Renaissance-Ideal des selbstbestimmten Künstlers erkämpft wurde; wie dieser Kampf aber auch, menschheitlich gedacht, in der malerisch dargestellten, nach Rudolf Steiner gegenläufigen Entwicklungsdynamik der Propheten- und Sybillen-Reihen urbildlichen Ausdruck findet.

Deshalb werden wir versuchen, besonders die Propheten-, Sybillen- und Genesisfresken mit Hilfe einer vergleichenden Bildbetrachtungsmethode zu erschließen. So können wir gemeinsam eintauchen in die spannungsreichen atmosphärischen Gestaltungsprinzipien, um in einen lebendigen Dialog mit den von Michelangelo gemalten Gestalten zu kommen.

Seminartickets
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  • Kursgebühr
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  • Förderpreis
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